UNSERE NÄCHSTEN TERMINE IN 2012:
3. MAI – 14. JUNI – 5. JULI – weitere Termine folgen TREFFPUNKT: HANDLUNGSRAUM DER RUDOLF-STEINER-SCHULE WUPPERTAL
Rund 40 Interessierte versammelten sich am 28. Mai 2009 in der Cafeteria der Rudolf-Steiner-Schule zum ersten Bürger-Patienten-Treff Wuppertal.
Die Teilnehmer des Stammtisches haben es sich zum Ziel gesetzt, sich aktiv in die Gesundheitspolitik einzumischen (mehr zu unseren Zielen in unserem Archiv: Unsere Ziele).
Angestoßen wurden die meisten Teilnehmer durch einen Vortrag von Renate Hartwig bzw. durch ihr Buch „Der verkaufte Patient“. Renate Hartwig setzt sich schon seit längerem für ein menschenwürdiges, soziales Gesundheitssystem ein und initiierte bereits über 500 Bürger-Patienten-Ärzte-Stammtsiche überall in Deutschland.
Hier erhält der Begriff „Mündiger Bürger“ wieder seine eigentliche Bedeutung.
Der Schulterschluss zwischen Patienten und Ärzten scheint ihr ein wichtiger Schritt, um eine mächtige Stimme gegenüber der Politik und der Lobby der Großkonzerne zu erheben (siehe auch ihre Internet-Seite http://www.patient-informiert-sich.de/ ).
Auch der Bürger-Patienten-Treff Wuppertal ist überzeugt,
dass wir uns wieder mehr informieren müssen,
dass wir uns mit den Ärzten an einen Tisch setzen müssen,
dass wir uns vermehrt einmischen müssen,
dass wir uns vehement wehren müssen,
dass wir selber nach Lösungen suchen müssen.
Lassen auch Sie nicht zu, dass wir Verhältnisse wie in den USA bekommen!
Sehen Sie sich den Film „Sicko“ von Michael Moore als abschreckendes Beispiel an!
Die sogenannte Gesundheitsreform in Deuschland scheint sich immer mehr zum Nachteil für Patienten und immer mehr zum Vorteil für Klinikgroßkonzernen zu entwickeln.
Monopolartig wird ein kommunales Krankenhaus nach dem anderen von den vier Klinikgroßkonzernen aufgekauft. Krankenhäuser, die bisher angeblich immer in den roten Zahlen lagen, werden jetzt auf Profit getrimmt.
Hier kann der Patienten nicht mehr erwarten, dass er eine optimale Behandlung erfährt, sondern nach betriebswirtschaftlichen Aspekten behandelt wird.
Der Hauptaspekt: Profit, Profit für den Großkonzern, Profit für die Aktieninhaber – durch Kosteneinsparung und Behandlung der lukrativsten Krankheiten.
Ähnlich kritisch ist der Trend zu Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu sehen (siehe hierzu auch in unserem Archiv: MVZ – Fluch oder Segen?).
Freie, unabhängige, niedergelassene Ärzte stören in diesem Feld.
Durch Bugdetierung und Regressforderungen wird den freien niedergelassenen Ärzten das Leben systematisch schwer gemacht, dass viele ihre Praxis aufgeben müssen. Gleichzeitig werden Kassensitze von Gesundheitskonzernen aufgekauft, was die Freiheit in der medizinischen Versorgung noch mehr bedroht.
(mehr dazu in unserem Archiv: Kassenarzt – gestern, heute, morgen).
Der Patient mutiert schleichend zur Ware.
Der Patient, besonders ein chronisch Kranker, fühlt sich zunehmend als Bittsteller.
Dabei stellen sich grundsätzliche Fragen:
Kann das Gesundheitswesen wie ein normaler Markt funktionieren?
Wo bleibt die Solidarität mit Kranken, Armen und Alten?
Verkaufsfähiger wird der Patient auch noch zusätzlich mit Hilfe der Politiker z.B. durch die gnadenlose Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.
Trotz zahlreicher Proteste seitens der Ärzte und Patienten wird das Projekt „ e-Card“ nicht gestoppt (siehe auch http://www.stoppt-die-e-card.de/ und in unserem Archiv: Vom zukünftigen Alltag in Apotheken mit der elektronischen Gesundheitskarte).
Den Bürgern wird verschwiegen, dass ihre Krankendaten auf einem zentralen Rechner gespeichert werden. Das Arztgeheimnis ist somit abgeschafft. Kein noch so ausgetüfteltes Sicherheitssystem garantiert dem Patienten, das irgendwann irgendwer unberechtigt auf seine sehr persönlichen Daten Zugriff haben kann.
Und die Politiker? Vertreten sie uns oder verkaufen sie uns?
Beeinflusst durch die sogenannten Experten, die gleichzeitig personell und finanziell mit den Klinikgroßkonzernen, den Pharmakonzernen oder anderen Profiteuren der Privatisierung des Gesundheitswesen verwoben sind, haben Politiker kaum die Macht, im Sinne der Bürger-Patienten zu entscheiden.
Stattdessen lassen sie es zu, dass wir falsch informiert oder gar nicht informiert werden, gemäß dem Motto: Den mündigen Bürger kann es im komplizierten Geflecht des Gesundheitswesens nicht geben. Da müssen Experten ran.
Dass über Jahrzehnte Mythen im Gesundheitswesen von allen regierenden Parteien bedient werden, zeigt ein interessantes Buch von Hartmut Reiners „Mythen der Gesundheitspolitik“. (siehe auch unser Archiv: Buchvorstellung „Mythen der Gesundheitspolitik“ von Hartmut Reiners)
Lassen auch Sie sich kein X für ein U vormachen
und mischen Sie sich ein!